#solidaritaetmittessa – Stellungnahme des mut Forums Gesellschaftliche Vielfalt zu trans ausschliessende und Hass schürende Kampagnen der Zeitschrift EMMA und Alice Schwarzer

Stellungnahme des mut Forums Gesellschaftliche Vielfalt zu trans ausschliessende und Hass schürende Kampagnen der Zeitschrift „EMMA“ und Alice Schwarzer

Ein Artikel von Christin Löhner

#solidaritaetmittessa

Anfang des Jahres hat Alice Schwarzer und ihre Zeitschrift „EMMA“ eine beispiellose Hass-Kampagne gegen eine Menschengruppe gestartet, die es in dieser aktuellen Gesellschaft und Politik ohnehin schon mehr als schwer hat.

Tessa Ganserer ist eine Frau. Sie ist Politikerin. Tessa Ganserer war bisher Landtagsabgeordnete von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und trat als solche zur Bundestagswahl für ein Amt als Bundestagsabgeordnete an. Und natürlich trat sie dort als Frau an, für einen Frauenquotenplatz.

So weit, so normal.

Tessa Ganserer hat es sich auf die Fahnen geschrieben, die Missstände für transsexuelle Menschen zu beseitigen. Tessa Ganserer steht dafür, dass das Transsexuellengesetz mit der Fremdbestimmung bei der Vornamens- und Personenstandsänderung endlich beseitigt gehört. Aus diesem Grund weigert sie sich bis heute standhaft, ihren Vornamen und ihren Personenstand nach dem Transsexuellengesetz ändern zu lassen.

Nicht genug, dass sie aus diesem Grund auf den Wahlscheinen mit dem Vornamen antreten musste, den ihr ihre Eltern gegeben hatten und der ganz offensichtlich dem falschen Geschlecht zugehörig war, nein sie wird nun, nach dem sie mit einem grandiosen Ergebnis zur Bundestagsabgeordneten gewählt wurde, von prominenter Seite aufs heftigste beleidigt, als Betrügerin hingestellt und ihr wird auf Übelste ihr Geschlecht abgesprochen.

Alice Schwarzer und ihre Zeitschrift „EMMA“ sprechen Frau Tessa Ganserer nicht nur ihr Geschlecht ab und misgendern sie auf beleidigendste und absichtliche Art und Weise. Die „EMMA“ wirft Frau Ganserer in einem öffentlichen Artikel Betrug vor und behauptet, dass es falsch war, Frau Ganserer für einen Listenplatz der Frauen zu nominieren und zu wählen.

In dem nachrichtlichen Artikel der „EMMA“ wird der alte Vorname, der sogenannte Deadname, von Tessa Ganserer ganze fünf Mal genannt. Von queer- und transfeindlichen Aktivist*innen wird dies sehr häufig als Taktik benutzt, um trans Menschen lächerlich zu machen und ihnen ihr Geschlecht abzusprechen. Außerdem wird die Nürnberger Politikerin bereits in der Einleitung als „der physische und juristische Mann“ und danach verächtlich als „er/sie“ beschrieben.

Seit dem Erscheinen des Artikels regt sich aber öffentlich auch starke Kritik an diesem gebaren der „EMMA“. Autorin und Podcasterin Sibel Schick erhebt ebenfalls schwere Vorwürfe gegen das von Alice Schwarzer 1977 gegründete Magazin: „Das ist Gewalt. Trans Menschen existieren und sie haben Menschenrechte.“ Die feministische und lesbische Journalistin Stephanie Kuhnen erklärt: „Was EMMA da geliefert hat, ist Flacherde-Feminismus ohne Feminismus. Abstoßend!“ (Quelle: queer.de)

Bereits in der Vergangenheit hatte „EMMA“ mit als transphob kritisierten Artikeln für Aufregung gesorgt. In der „Frankfurter Rundschau“ wurde der Zeitschrift in diesem Zusammenhang vor einem halben Jahr gar attestiert: „Sie überspitzt Reizthemen, attackiert gnadenlos und buhlt um Applaus aus rechtextremen Kreisen.“. Wundert es da irgendwen, dass gerade verschiedene Stimmen aus der rechtsextremistischen Partei AfD den Artikel der „EMMA“ loben.

Auch in der Vergangenheit, haben sich immer wieder sogenannte TERFs (siehe Infokasten unten) gegen die Anerkennung von transsexuellen Frauen zum Geschlecht Frau ausgesprochen.

Der Untertitel der Onlinepräsenz des Magazins, unter dem großen, in schwarzen Lettern prangenden „EMMA“ führt das Ganze noch dazu ein wenig ad absurdum. Wir sind und bleiben mutig, EMMA.

Wir von mut und vom mut Forum Gesellschaftliche Vielfalt, stellen uns ganz klar hinter Tessa Ganserer und fordern von der aktuellen Regierung umgehend diesem Hass und auch dieser Intoleranz und Ignoranz von wissenschaftlichen Studien und Aussagen, Einhalt zu gebieten.

Transfeindlichkeit und Transhass ist kein Feminismus!

Wir gratulieren Tessa Ganserer und Nyke Slawik zu ihrer Wahl als Bundestagsabgeordnete und freuen uns sehr, dass der Bundestag durch diese beiden Frauen noch vielfältiger und diverser wird.

#solidaritaetmittessa und Nyke

Infokasten
Was ist #TERF?
TERF ist ein Akronym für „Trans-Exclusionary Radical Feminism“ und bezieht sich auf eine kleine Gruppe von vorgeblich für Frauenrechte eintretende Aktivist*innen, die mit teils faschistoiden Methoden eine überholte biologistische Geschlechterbinärität unter Leugnung der Existenz von Transgeschlechtlichkeit vertreten. Ihre transphoben und menschenverachtenden Denk- und Argumentationsmuster decken sich signifikant häufig mit jenen völkischer Rechtspopulist*innen und religiöser Fundamentalist*innen.
Quelle: www.maenner.media

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